Externe Hilfsangebote im deutschsprachigen Raum: Wo Spieler Unterstützung finden
ROLLXO weist auf die Risiken von Glücksspiel hin und bietet interne Limits und Selbstausschluss-Optionen an. Wer merkt, dass es damit nicht getan ist, braucht oft Ansprechpartner außerhalb des Casinos – anonym, unabhängig und möglichst nah am eigenen Wohnort. Die folgende Übersicht bündelt zentrale Hilfsangebote in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich speziell oder überwiegend mit Glücksspielsucht und problematischem Spielverhalten beschäftigen.
Überblick: Zentrale Anlaufstellen nach Land
| Land | Organisation / Angebot | Typ des Angebots | Kontaktform |
|---|---|---|---|
| Deutschland | BZgA – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Spieleambulanz-Angebote über www.spielen-mit-verantwortung.de verlinkt) | Information, Online-Tests, Vermittlung zu Beratungsstellen | Web: www.spielen-mit-verantwortung.de |
| Deutschland | Telefonseelsorge Deutschland | Krisen- und Gesprächsangebot, auch bei Glücksspielproblemen | Telefon: 0800 111 0 111 / 0800 111 0 222 (kostenfrei, 24/7); Web: www.telefonseelsorge.de (Chat & Mail) |
| Deutschland | Lokale Suchtberatungsstellen (kommunal / freier Träger) | Persönliche Beratung, oft auch Angehörigenhilfe | Suche über www.suchthilfeverzeichnis.de oder kommunale Gesundheitsämter |
| Deutschland | Selbsthilfegruppen (z. B. Anonyme Spieler GA, Freundeskreise, Caritas-Gruppen) | Selbsthilfe, Gruppengespräche | Infos & Terminlisten über www.anonyme-spieler.org, www.selbsthilfe-interaktiv.de |
| Österreich | Österreichische ARGE Suchtvorbeugung / Präventionsstellen der Bundesländer | Information, Prävention, Vermittlung in Beratungsangebote | Übersicht: www.suchtvorbeugung.net |
| Österreich | Psychosoziale und Suchtberatungsstellen der Länder (z. B. in Wien: Suchthilfe Wien) | Beratung vor Ort, teilweise Online- und Telefonberatung | Kontakte je Bundesland, z. B. Wien: www.suchthilfe.wien |
| Österreich | Helpline der Telefonseelsorge Österreich | Allgemeine Krisenberatung, auch bei Sucht und Schulden | Telefon: 142 (anonym, rund um die Uhr); Web: www.telefonseelsorge.at |
| Österreich | Selbsthilfegruppen Glücksspielsucht | Gruppenangebote für Betroffene und Angehörige | Übersicht u. a. auf www.selbsthilfe.at oder über regionale Selbsthilfe-Zentren |
| Schweiz | Sucht Schweiz | Information, Prävention, Hinweise auf Beratungsstellen | Web: www.suchtschweiz.ch |
| Schweiz | Sozial- und Suchtberatungsstellen der Kantone / Fachstellen Glücksspiel | Beratung, Therapie, Schulden- und Sozialberatung | Kontakte über kantonale Gesundheitsdirektionen oder www.suchtindex.ch |
| Schweiz | Dargebotene Hand – Tel 143 | 24/7-Gesprächsangebot bei psychischen Belastungen, auch Sucht | Telefon: 143; Web: www.143.ch (Chat & Mail) |
| Schweiz | Selbsthilfegruppen zu Glücksspiel und Schulden | Austausch mit Betroffenen, Angehörigen-Gruppen | Suche über www.selbsthilfe-schweiz.ch oder regionale Selbsthilfe-Zentren |
Was die einzelnen Angebote konkret leisten
Die Bandbreite der Hilfe reicht von ersten Online-Selbsttests bis zur langfristigen Therapie. Öffentliche Fachstellen – in Deutschland oft kommunale Suchtberatungen, in Österreich und der Schweiz vielfach kantonale oder städtische Einrichtungen – bieten in der Regel kostenlose oder stark vergünstigte Erstgespräche an. Dort wird geklärt, ob es um riskantes Spielverhalten, bereits bestehende Abhängigkeit, finanzielle Folgen wie Schulden oder die Belastung von Angehörigen geht.
Selbsthilfegruppen funktionieren anders: Sie ersetzen keine Therapie, können aber besonders dann hilfreich sein, wenn jemand regelmäßig mit Menschen sprechen möchte, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Die Treffen sind meist kostenlos, anonym und an feste Wochentage gebunden. Telefon- und Chat-Beratungen wie Telefonseelsorge, Dargebotene Hand oder vergleichbare Dienste der Länder in Österreich sind niedrigschwellige Einstiege – gedacht für Situationen, in denen kein Termin beim Therapeuten ansteht, die Belastung aber jetzt gerade hoch ist.
Wie man die passende Hilfeform auswählt
- Erster Überblick: Wer noch unsicher ist, ob das eigene Spielverhalten problematisch ist, findet bei BZgA, Sucht Schweiz und den Präventionsstellen der österreichischen Bundesländer standardisierte Selbsttests und neutrale Informationen.
- Akute Belastung: Bei starkem Druck, Ängsten oder Konflikten in Familie und Partnerschaft sind 24/7-Hotlines wie Telefonseelsorge (Deutschland, Österreich) oder Dargebotene Hand (Schweiz) ein schneller Weg zu einem Gespräch, ohne Anmeldung und ohne Klarnamen.
- Konkreter Veränderungswunsch: Wer Limits setzen, Schulden ordnen oder einen Ausstieg planen möchte, ist bei lokalen Suchtberatungen gut aufgehoben. Dort wird meist gemeinsam ein individueller Plan erarbeitet – von Budgetberatung bis zur Vermittlung in stationäre Angebote.
- Begleitung über längere Zeit: Viele nutzen eine Kombination: professionelle Beratung oder Therapie plus regelmäßige Selbsthilfegruppe. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Rückfallprophylaxe und Alltagstruktur eine Rolle spielen.
Praktische Hinweise für den ersten Kontakt
Fast alle genannten Angebote arbeiten anonym oder unterliegen der Schweigepflicht. Es ist üblich, beim ersten Anruf nur Vornamen oder ein Pseudonym zu verwenden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die großen Beratungs- und Krisentelefone über Festnetz und Mobilfunk in der Regel kostenfrei oder zum Ortstarif erreichbar; die genauen Konditionen hängen vom eigenen Anbieter ab und lassen sich vorab prüfen. Wer ungern telefoniert, findet bei vielen Stellen ergänzende Chat- oder E-Mail-Angebote, die sich in Ruhe und ohne Zeitdruck nutzen lassen.